Die Zeit drängt: der NKS fordert ein Abkommen mit Inhalt

06.12.2025

Bereits im März 2023 hatten die Gewerkschaften den Forderungskatalog des nicht-kommerziellen Sektors bei der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft hinterlegt. Aber schnell machte sich große Ernüchterung breit, weil der Sektor keine Priorität für die Regierung ist. Die Gewerkschaften rufen am 10. Dezember zu einer Kundgebung vor dem Regierungssitz in Eupen auf.

Der nicht-kommerzielle Sektor (NKS): Das sind rund 3.000 Arbeitnehmer, die von der Finanzierung der DG abhängig sind. Zum NKS zählen die privaten und öffentlichen Altenheime (WPZS), Behinderteneinrichtungen, Beschützenden Werkstätten, die psychiatrische Klinik, Familienhilfe und der soziokulturelle Sektor.

Im März 2023 wurde der NKS-Forderungskatalog bei der Regierung der DG hinterlegt. Nach einer Versammlung im Juni 2023, bei der die damalige Regierung dem gesamten Sektor 50.000 Euro oder 16 Euro pro Arbeitnehmer und Jahr rekurrent zusprechen wollte, kamen die Verhandlungen zum Stillstand. Das ist kein Zeichen von Wertschätzung, das ist ein Schlag ins Gesicht. Ein weiteres Treffen mit der Regierung im Dezember 2023 brachte keinerlei Fortschritt.

Kurz vor den PDG-Wahlen 2024 gab es Treffen mit den Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien, bei denen der Forderungskatalog vorgestellt wurde. Befragt zu ihren Absichten für den nicht-kommerziellen Sektor bei Regierungsverantwortung haben damals ALLE Parteien eine Absichtserklärung unterschrieben, in der sie sich bereit erklärten, sich verstärkt für die Belange des NKS einzusetzen und bei den kommenden Regierungsverhandlungen diese Forderungen zu ihrer Priorität zu machen.

Wir sind nun anderthalb Jahre später und getan hat sich nichts. Die guten Absichten scheinen vergessen. Das ist ein weiterer Schlag ins Gesicht seitens der Parteien, die in Regierungsverantwortung gekommen sind.

Am 10. Dezember 2025 wird im Parlament das Budget für den Fachbereich Soziales diskutiert und verabschiedet. Ein Grund für den NKS, die Abgeordneten an ihre Wahlversprechen zu erinnern und unseren Unmut kundzutun. Die Zeit drängt, es ist zwei vor zwölf!

Die Beschäftigten des nicht-kommerziellen Sektors fordern:

  • Eine Verbesserung der Lohn- und Gehaltsbedingungen für alle
  • Mehr Geld für mehr Hände und qualifiziertes Personal
  • Maßnahmen zur Verringerung der Arbeitsbelastung und -zeit am Laufbahnende
  • Mehr Wertschätzung

Viele Beschäftigten des NKS verlassen den Sektor, da keine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen eintritt. Die Branche verliert an Attraktivität und die Qualität des Dienstes an der Allgemeinheit leidet.

Es gibt Lösungen ohne die angespannte Haushaltslage der DG weiter zu belasten, aber der Sektor ist keine Priorität für die Regierung. Eine Regierung, die gerne betont, dass der NKS essentiell ist, allerdings nicht dementsprechend handelt.

Die Gewerkschaften des nicht-kommerziellen Sektors in der DG rufen in Gemeinschaftsfront zu einer Kundgebung auf am:

Mittwoch, 10. Dezember um 14 Uhr

Vor dem Regierungsgebäude, Klötzerbahn in Eupen