Die FGÖD fordert Respekt für öffentliche Bedienstete!

10.11.2025

Eine aktuelle Umfrage von HLN und VTM Nieuws zeigt, dass 78 % der Flamen der Meinung sind, dass die Zahl der Beamten reduziert werden sollte.

Gleichzeitig sprechen sich 69 % für eine höhere Mehrwertsteuer auf Luxusgüter aus und 81 % unterstützen eine Millionärssteuer. Diese Zahlen zeigen, dass die Bürger sich um Gerechtigkeit und Solidarität sorgen, aber dass ihr Bild von Beamten durch eine negative und irreführende Darstellung stark verzerrt ist.

Seit Monaten werden Beamte in den Medien und von Meinungsmachern als „überbezahlte Arbeitnehmer mit einem bequemen Leben und einer goldenen Rente” dargestellt. Diese Karikatur ist nicht nur falsch, sie ist geradezu schädlich. Sie steht im Widerspruch zur Realität und zur Politik von Politikern, die selbst auf Beamte angewiesen sind, um ihre Pläne umzusetzen.

Die Bildungsminister der drei Gemeinschaften, Zuhal Demir (N-VA), Valérie Glatigny (MR) und Jérôme Franssen (CSP) kämpfen gegen den Lehrermangel.

Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA) will die Armee auf mehr als 29.000 Soldaten aufstocken.

Diese Minister sind auf Beamte angewiesen, um ihre politischen Ziele zu erreichen. Auch bei der Polizei gibt es einen akuten Mangel von mehr als 3.000 Mitarbeitern, und der Innenminister setzt voll auf Rekrutierung. Im Gesundheitswesen, wo viele noch immer den Beamtenstatus haben, ist der Bedarf besonders groß. Der Einsatz des Pflegepersonals während der Coronakrise verdient bleibende Anerkennung.

Ohne eine starke Regierung gibt es keine gute Bildung, keine sicheren Straßen, keine angemessene Gesundheitsversorgung, keine gerechte Besteuerung und keine zuverlässigen Dienstleistungen. Politiker, die lautstark verkünden, dass sie lieber keine Beamten hätten, müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie dann auch keine Lehrer, keine Polizei, keine Soldaten und keine Pflegekräfte mehr hätten. Eine Gesellschaft ohne Beamte ist eine Gesellschaft ohne Fundament.

Die FGÖD ruft dazu auf, die Polarisierung der Debatte zu beenden. Worte sind wichtig. Der öffentliche Sektor ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in unsere Zukunft. Staatsbedienstete verdienen Respekt, keine Verdächtigungen. Sie sind das Rückgrat unserer Gesellschaft.

Vielleicht sollten wir uns gemeinsam fragen, wie Belgien ohne einen starken öffentlichen Dienst aussehen würde: überfüllte Wartezimmer, keine Bildung für unsere Kinder, Straßen, die Kriminellen überlassen sind. Niemand will das. Lassen Sie uns also die Debatte korrekt führen.

Die FGÖD möchte dabei eine Vorreiterrolle übernehmen. Wir fordern die Politiker auf, aktiv zu einem positiven Image der Regierungen und ihrer Mitarbeiter beizutragen.

Deshalb wird die FGÖD alle politischen Parteien zum Dialog und zur Zusammenarbeit einladen, mit einer klaren Botschaft: Respekt für Beamte ist Respekt für unsere Gesellschaft.

Hoffentlich entscheiden sich die Belgier in Zukunft wieder für gute Bildung, sichere Straßen und Gesundheitsversorgung für alle.

Patrick ROIJENS
Allgemeiner Vorsitzender der FGÖD