Brüsseler Feuerwehr legt am 31. Dezember die Arbeit nieder

brandweer
30.12.2025

Die repräsentativen Gewerkschaftsorganisationen der Brüsseler Feuerwehr – FGÖD, CGSP und CSC – kündigen einen Streik ab dem 31. Dezember 2025 um 8 Uhr auf unbestimmte Zeit an.

Struktureller Personalmangel seit Jahren ignoriert

Die Brüsseler Feuerwehr kämpft seit vielen Jahren mit einem gravierenden und strukturellen Mangel an Feuerwehrleuten. Für das Personal ist die Grenze erreicht. Die Einsatzteams sind systematisch unterbesetzt, was sowohl die Sicherheit der Einsätze als auch die des Feuerwehrpersonals und der Brüsseler Bevölkerung unmittelbar gefährdet.

Explodierende Arbeitsbelastung, stagnierender Personalbestand

Seit mehr als 20 Jahren bleibt die Personalstärke nahezu unverändert, während die Zahl der Einsätze und Aufträge Jahr für Jahr zunimmt. Dies bedeutet in der Realität einen kontinuierlichen Abbau der Einsatzkapazität.

Einige unbestreitbare Zahlen:

  • In den letzten 15 Jahren ist die Zahl der Krankenwageneinsätze um 68 % gestiegen.
  • In den letzten 9 Jahren ist die Zahl der Feuerwehreinsätze um 30 % gestiegen.

Trotz dieser deutlichen Entwicklungen werden die Personalpläne seit 2012 ausschließlich auf der Grundlage budgetärer Erwägungen festgelegt und nicht auf der Grundlage der tatsächlichen operativen Bedürfnisse vor Ort.

Gesetzgebung ignoriert, Personal zahlt den Preis

Seit 2014 ist die Feuerwehr gesetzlich verpflichtet, die 38-Stunden-Woche einzuführen. Es wurde eine Übergangsfrist von 10 Jahren vorgesehen. Während dieses gesamten Zeitraums wurde keine strukturelle Personalpolitik betrieben, um dieser gesetzlichen Verpflichtung ordnungsgemäß nachzukommen.

Im Gegenteil:

  • Ausscheidendes Personal wird nicht vollständig ersetzt.
  • Personalpläne hängen weiterhin von den Haushaltsspielräumen ab.
  • Die Engpässe werden durch massive Überstunden aufgefangen, auf Kosten von Gesundheit und Sicherheit.

Folgen: inakzeptable Arbeitsbedingungen und erhöhte Risiken

Trotz des außergewöhnlichen Engagements und der Flexibilität des Personals haben sich die Arbeitsbedingungen erheblich verschlechtert. Die aktuelle Situation stellt ein reales Risiko für die Sicherheit der Brüsseler Bevölkerung und des Feuerwehrpersonals selbst dar.

Die Gewerkschaften stellen klar, dass sowohl die Geschäftsleitung als auch die zuständigen politischen Entscheidungsträger hierfür die Verantwortung tragen.

Politische Unsicherheit und widersprüchliche Signale

Die aktuelle Situation wird durch eine geschäftsführende Regierung zusätzlich erschwert. Frau Ans Persoons, zuständig für die Brüsseler Feuerwehr, hatte zuvor angekündigt, dass zusätzliche Mittel bereitgestellt würden. Einige Tage später erfuhren wir aus der Presse, dass Minister De Smet (Open VLD) erklärte, auch die Feuerwehr müsse sparen.

Diese widersprüchlichen Botschaften sind inakzeptabel und untergraben jegliches Vertrauen.

Das Personal ist erschöpft

Die Feuerwehrleute sind am Ende ihrer Kräfte. Die Streikankündigung ist kein Selbstzweck, sondern die unvermeidliche Folge jahrelanger politischer und administrativer Versäumnisse.

Die Gewerkschaften fordern unverzüglich strukturelle Maßnahmen, eine ausreichende Personalaufstockung und einen Personalplan, der von der operativen Realität ausgeht und nicht von buchhalterischer Logik.

Die Sicherheit von Brüssel ist kein Sparposten.

Die Feuerwehrleute werden auch die Beamten unterstützen, die Opfer der blinden Sparpolitik der aktuellen und zukünftigen Regierung sind.

Quelle: Pressemitteilung der Gewerkschaftsfront FGÖD-CGSP-CSC