Aktion der Brüsseler Feuerwehr!

brandweer
12.02.2026

Die Brüsseler Feuerwehr schlägt Alarm wegen des anhaltenden und strukturellen Personalmangels und der mangelnden politischen Prioritäten in Bezug auf die öffentliche Sicherheit.

Bei der Besprechung mit Staatssekretärin Ans Persoons am 27. Januar über den gravierenden Personalmangel von 200 Feuerwehrleuten wurde erneut bestätigt, dass die notwendigen Neueinstellungen derzeit aufgrund von Haushaltsbeschränkungen nicht genehmigt werden. Die Region Brüssel-Hauptstadt müsse sparen, so heißt es, weshalb eine strukturelle Verstärkung der Rettungsdienste ausbleibt.

Die Staatssekretärin erklärte, sich in einer ersten Phase dafür einsetzen zu wollen, beim Finanzminister 3,25 Millionen Euro zu beantragen. Dieser Betrag würde jedoch ausschließlich dazu dienen, zusätzliche Überstunden zu leisten und zu vergüten, was einem Äquivalent von 48 Vollzeitstellen entspricht. Diese Maßnahme bietet jedoch nur eine vorübergehende und begrenzte Entlastung, nämlich die Erleichterung der Inanspruchnahme des Jahresurlaubs. Sie ist keine Antwort auf den strukturellen Personalmangel.

In einer späteren Phase soll dann ein Plan ausgearbeitet werden, um Rettungssanitäter unter gesonderten und weniger günstigen Bedingungen einzustellen. Für die Brüsseler Feuerwehr bedeutet dieser Ansatz eine deutliche Qualitätsminderung für das größte Feuerwehrkorps Belgiens, das zudem eine entscheidende Rolle im Herzen Europas spielt. Dieser Vorschlag trägt in keiner Weise zu einer nachhaltigen Stärkung des Korps bei und droht im Gegenteil, die operative Expertise und den Zusammenhalt zu untergraben.

Gleichzeitig wird von der Organisation erwartet, dass sie eine völlig neue Arbeitsorganisation mit 12-Stunden-Schichten in Betracht zieht. Das ist eine tiefgreifende Reform mit erheblichen Folgen für die Arbeitsbelastung, das Wohlbefinden des Personals und die Kontinuität der Dienstleistungen.

Diese Vorschläge sind nicht bindend, bieten keine Garantien und stellen keine nachhaltige Lösung für den strukturellen Personalmangel dar.

Prestigeprojekte erhalten Mittel, Sicherheit nicht

Am 28. Januar wurde durch verschiedene Medienberichte bekannt, dass die Brüsseler Regierung kürzlich 8 Millionen Euro an Fördermitteln für ein Prestigeprojekt, das Kanal–Centre Pompidou, bewilligt hat, gefolgt von einer weiteren Tranche von 4,4 Millionen Euro und der Aussicht auf zusätzliche Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro.

Der Kontrast ist erschütternd: Während für Großprojekte offenbar beträchtliche Budgets zur Verfügung stehen, wird den Rettungsdiensten mitgeteilt, dass keine Mittel für ihre unverzichtbaren Aufgaben vorhanden sind. Dabei zählt die Bevölkerung jeden Tag auf eine schnelle, effiziente und qualitativ hochwertige Notfallversorgung.

Die Brüsseler Regierung scheint damit ihre Prioritäten auf sichtbare Prestigeprojekte zu verlagern, auf Kosten der Sicherheit der Bürger und der Feuerwehrleute, die täglich im Dienste des Allgemeinwohls ihr Leben riskieren. Die verantwortlichen Politiker – darunter Bürgermeister, der Staatssekretär und Minister – scheinen aus den Augen zu verlieren, dass die öffentliche Sicherheit eine Kernaufgabe der Regierung ist.

Vertrauensbruch – Feuerwehr schreitet ein

Es ist zu einem deutlichen Vertrauensbruch mit dem Kabinett von Staatssekretärin Ans Persoons gekommen. Sie war schon seit geraumer Zeit über die zusätzlichen Mittel für das Prestigeprojekt informiert, während sie gleichzeitig immer wieder betonte, dass für die Feuerwehr kein Budget zur Verfügung stehe. Für das Personal ist die Grenze erreicht.

Deshalb wird am 12. Februar 2026 eine Demonstration vor dem Brüsseler Regionalparlament stattfinden. Am selben Tag findet auch ein Europäischer Rat mit einem informellen Treffen der für Beschäftigung und Soziales zuständigen Minister statt – ein treffender Zufall angesichts der akuten Personalproblematik bei den Rettungsdiensten.

Konkrete Forderungen für eine sichere Zukunft

Die Brüsseler Feuerwehr fordert eine Investition von 15 Millionen Euro, um:

  • die fehlenden 200 Feuerwehrleute einzustellen;
  • die Besetzung der Notrufzentrale 112 zu verstärken, wo ebenfalls ein gravierender Personalmangel herrscht.

Diese Investitionen sind absolut notwendig, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und die Arbeitsbelastung für das derzeitige Personal auf ein akzeptables und verantwortungsvolles Maß zu senken.

Die Brüsseler Feuerwehr wird sich weiterhin für eine Gesellschaft einsetzen, in der Sicherheit eine absolute Priorität ist und bleibt, und erwartet von den zuständigen Behörden das gleiche Engagement.

 

Mitteilung der Gewerkschaftsfront FGÖD-CGSP-CSC

Verantwortlicher für die FGÖD: Peter Vandenberk, Vorsitzender des Sektors Hilfeleistungszonen FGÖD-LFRG